Ein Pfarrer gegen den Wirtschaftshunger – so ähnlich lässt sich die Geschichte der Bergkirche Beucha erzählen. Das Kleinod lag früher direkt neben einem aktiven Steinbruch und sollte 1847 für ihn abgerissen werden. Das konnte Pfarrer Stephani verhindern. Am Ende blieb eine Felszunge samt Kirche stehen. Heute ist die Bergkirche mit Bruchsee ein beliebtes Ausflugsziel, nur 30 Autominuten vom Hainer See entfernt.
Der Fels im Steinbruch ist weit älter als jede Kirche: Der Beuchaer Granitporphyr entstand vor rund 290 Millionen Jahren durch vulkanische Aktivität. Das Magma wurde dabei nicht ausgeworfen, sondern erkaltete untertage.
Ab dem 15. Jahrhundert schlug man das Gestein in Handarbeit aus dem Berg. Im 19. Jahrhundert übernahm der industrielle Abbau. Ein Teil des Porphyrs landete in Leipzig – in Bauten wie dem Völkerschlachtdenkmal, dem Hauptbahnhof, der Deutschen Bücherei und dem Alten Rathaus. 1950 wurde der Steinbruch schließlich stillgelegt.
Heute ist der Kirchbruch anerkannter Nationaler Geotop im Geopark Porphyrland.
Auf einem Rundweg um den Steinbruchsee erfährt man etappenweise, wie das Gestein entstand und wie hier über Jahrhunderte gearbeitet wurde.
Wer tiefer in die Industriekultur rund um Leipzig eintauchen möchte, findet auf unsere Website weitere Infos.
Bereits 1300 standen hier die Grundmauern einer Kirche. Erhalten sind davon die heutige Sakristei und der Turmsockel. Rund hundert Jahre später brannten die Anhänger des böhmischen Reformators Jan Hus die Kirche und den Ort Beucha nieder (1429). Die Kirche wurde neu aufgebaut und überstand danach mehrere Kriege und Plünderungen ab dem 17. Jahrhundert.
Der dramatischste Moment kam 1847. Bereits seit Jahrhunderten wurde neben der Kirche das Gestein aus dem Berg geschlagen. Während der Industrialisierung war der Steinbruch lukrativ. Um den Steinbruch erweitern zu können, sollte die Bergkirche abgerissen werden.
Dass sie heute noch steht, verdanken wir dem damaligen Pfarrer Eduard Stephani, dessen Vater bereits Pfarrer in der Beucha war. Eduard Stephani setzte sich erfolgreich gegen einen Verkauf und damit einhergehenden Abriss ein. Seine Grabstätte liegt heute neben dem Kircheneingang.
1950 endete der Steinbruchbetrieb und die Grube füllte sich mit Wasser.
Diese reizvolle Lage macht sie zu einer der meist fotografierten Kirchen im Leipziger Land.
Aus dem Steinbruch ist längst ein See geworden. Von oben betrachtet bilden seine Uferstreifen ein Herz. Das Wasser umschließt die Bergkirche damit von drei Seiten.
Um den See herum führt ein schmaler Pfad, der immer wieder neue Foto-Perspektiven auf die Kirche freigibt. Am Wegesrand erklären Informationstafeln zur geologischen Entstehungsgeschichte, der Arbeit im Steinbruch und der Geschichte der Kirche.
Teilweise stehen die Häuser hier dicht an der Abbruchkante. So nah sollte man sich selbst allerdings nicht an den Rand trauen: Am Steinbruch besteht Absturzgefahr.
Beucha ist ein Ortsteil von Brandis, etwa 20 Kilometer östlich von Leipzig. Mit der RB 110 fährt kann man stündlich zwischen dem Leipziger Hauptbahnhof und Beucha verkehren.
Vom HAUS IM SCHILF am Hainer See sind es etwa 30 Autominuten, am schnellsten über die A 14. Vor Ort stehen ausreichend kostenfreie Parkplätze zur Verfügung.
Geübte Radfahrer können auch vom Hainer See aus bis nach Rötha fahren und dort dem Äußeren Grünen Ring folgen (einem Fernradweg um Leipzig). Die Route führt direkt am Albrechtshainer See vorbei nach Beucha. Eine Strecke dauert etwas 1,5 h. Hin und zurück kommt man auf etwa 50 km.
Die Kirche selbst ist jedes Jahr von Ostern bis zum 31. Oktober geöffnet, immer sonntags und feiertags von 14 bis 17 Uhr.
Auf den ersten Blick hat der Steinbruch Beucha und die Seenlandschaft südlich von Leipzig wenig gemeinsam. Tatsächlich erzählen beide aber eine ähnliche Geschichte.
Als Leipzig während der Industrialisierung im 19. Jahrhundert wuchs, lieferte die Region dafür die Ressourcen: Porphyr aus dem Steinbruch Beucha für Brücken, Bahnhöfe und Fassaden. Kohle aus den Tagebauen für Energie.
In beiden Fällen ging das zulasten der Landschaft und ihrer Kulturorte. In Beucha rückte der Abbau bis dicht an die Bergkirche heran, im Südraum Leipzigs verschwanden ganze Dörfer samt Kirchen, Höfen und Ortsgeschichte im Tagebau.
Geblieben ist jeweils eine Landschaft, die sich neu erfunden hat. Aus dem Kirchbruch wurde ein Steinbruchsee, aus den Tagebauen das Leipziger Neuseenland.
Auch der Hainer See ist ein ehemaliger Tagebau – und heute ein Ort für alle, die Ruhe suchen oder Wassersport lieben. Unsere Ferienwohnungen im HAUS IM SCHILF liegen direkt am sonnigen Nordufer.
Uns beeindruckt, was seit der Industrialisierung aus der Landschaft rund um Leipzig geworden ist. Das Ergebnis kann man direkt mit Blick auf den Hainer See in den zehn Adults-only-Ferienwohnungen genießen. Zur Bergkirche sind es von uns aus rund 30 Autominuten. Wir gehen den Weg trotzdem am liebsten mit dem Rad: über Rötha auf den Äußeren Grünen Ring bis nach Beucha. Wer keine eigenen Räder mitbringt, leiht sie direkt am See.
Und wer auf die Abkühlung im See nicht verzichten möchte, springt abends bei uns in den Hainer See – nur 100 m entfernt von den Ferienhäusern HAUS IM SCHILF.
Der Kirchbruch ist nicht der einzige ehemalige Steinbruch rund um Beucha. Erkunden kann man alle sieben historischen Brüche auf dem 7-Brüche-Wanderweg. Auf rund 14 Kilometern Rundweg erfährt man mehr als 200 Jahre Bergbaugeschichte. Vom Bahnhof Beucha aus führt die Route an allen Brüchen vorbei: Kirchbruch „Sorge“, Tollertbruch, Hausbruch, Spittelbruch, Westbruch und Ostbruch.
Zwei weitere ehemalige Brüche sind fast genauso spektakulär – zumindest für Kletterfans. Der Ost- und Westbruch im benachbarten Waldsteinberg bilden die „Leipziger Kletterschule“ – ein Klettergarten. Im Ostbruch trainieren Einsteiger an einem etwa 80 Meter langen Übungsklettersteig in den Schwierigkeitsgraden A bis C. Der Westbruch ist eher für Fortgeschrittene, da man sich zunächst Abseilen muss (viele Wege sind durch einen Wasseranstieg nicht mehr nutzbar).
Rund um Leipzig finden Kletterbegeisterte noch weitere spannende Kletter-Ziele.
Wer sich nicht direkt an den Fels wagen möchte, macht einen Abstecher zum Kletterwald Leipzig am Albrechtshainer See. Von April bis Ende Oktober warten dort 11 Parcours mit über 80 Kletterelementen in verschiedenen Schwierigkeitsgraden, außerhalb der Ferein von Freitag bis Sonntag. Weil sich die Öffnungszeiten wetterbedingt ändern können, ist ein Besuch nur mit vorheriger Onlinebuchung möglich. Eintritt kostet für Erwachsene 22 € bzw. 27 €.
Danach lohnt sich ein Sprung in den nahen Albrechtshainer See als Abkühlung. Denn anders als im Kirchbruch darf hier auch baden.
Die Bergkirche Beucha ist eines der beliebtesten Fotomotive rund um Leipzig: Sie thront auf einem Felsen, der von drei Seiten von einem ehemaligen Steinbruch umgeben ist. Einst sollte die Kirche dem Steinbruch weichen, doch das verhinderte Pfarrer Stephani. Heute steht die Kirche noch, und aus dem Steinbruch ist ein See geworden. Gleich in der Nähe warten mehrere Klettermöglichkeiten und der 7-Brüche-Weg. Wer mag, radelt von den Ferienwohnungen HAUS IM SCHILF am Hainer See über den Äußeren Grünen Ring Leipzig hierher und macht aus dem kurzen Ausflug einen ganzen Tag.
Ein der spannendsten Landschaften im Wandel: Genießen Sie Ihren Urlaub am Hainer See im Leipziger Neuseenland!
Boris Janda ist Marketingstratege, Mitbetreiber des HAUS IM SCHILF und Gesellschafter des Pier 1 am Cospudener See. Die alten Tagebauseen südlich von Leipzig kennt er seit den 90ern. Die Steinbrüche bei Beucha faszinieren ihn aus demselben Grund wie das Neuseenland: Beides sind Kulturlandschaften, die der Mensch tief beeinflusst hat.