Mitten auf dem Störmthaler See ragt ein Kirchturm aus dem Wasser. Kunst, die an das Schicksal vieler Dörfer erinnert, die dem Tagebau Espenhain weichen mussten. Heute ist die VINETA ein beliebtes Ausflugsziel – und das wohl ungewöhnlichste Wahrzeichen des Leipziger Neuseenlands.
Der Störmthaler See ist ein ehemaliges Tagebaurestloch des Tagebaus Espenhain im Leipziger Neuseenland. Seit 1937 wurde hier Braunkohle gefördert. Fast 60 Jahre lang gruben riesige Kohlebagger die Landschaft um. Bis zur Stilllegung 1996 wurden über 570 Millionen Tonnen Rohbraunkohle gefördert, mehr als 8.000 Menschen umgesiedelt und 15 Ortschaften vollständig überbaggert.
Nach der Wende 1989 war die Kohleförderung nicht mehr wirtschaftlich und die Tagebaue wurden aufgeben. Das verhinderte, dass weitere Orte dem Tagebau weichen mussten. Auch Störmthal – das Dorf, von dem der See seinen Namen hat – entging einer Überbaggerung.
Das Restloch konnte allerdings nicht zugeschüttet werden, da die herausgenommenen Massen zu groß waren. Daher beschloss man, die Grube in einen See zu verwandeln. Auf natürliche Weise hätte sich die Grube bis 2075 mit Wasser gefüllt. Diesen Prozess beschleunigte man daher 2003 mit Sümpfungswasser aus anderen Tagebauen.
Heute ist der Störmthaler See ein beliebtes Badegewässer. Mit 721 Hektar Wasserfläche und einem Volumen von rund 157 Millionen Kubikmetern ist er einer der größten künstlichen Seen Deutschlands. Und wer heute am Ufer auf das glitzernde Wasser blickt, kann sich kaum vorstellen, dass der See einst eine Braunkohlegrube war.
Die schwimmende Kirche „Vineta“ ist ein Anziehungspunkt im Leipziger Neuseenland.
Wo heute Boote ihre Runden ziehen, stand bis 1980 die Gemeinde Magdeborn. Mit rund 3.500 Einwohnern war es die größte Ortschaft, die für den Tagebau Espenhain aufgegeben wurde. Auch die Magdeborner Kirche (Wahrzeichen der Stadt) wurde abgerissen. Zurück blieben nur ihre Glocken und die Orgel. Die Glocken läuten heute in Grünau, die Orgel befindet sich in der Martin-Luther-Kirche Markkleeberg. Heute befände sich Magdeborn mitten im Störmthaler See.
In Erinnerung an die verlorenen Orte errichtete die Künstlerin Ute Hartwig-Schulz im See ein schwimmendes Bauwerk: eine Kirchturmspitze, die aus dem Wasser ragt. Das Kunstobjekt ist der Magdeborner Kirche nachempfunden. Über einen Zeitraum von neun Jahren entstand so die VINETA. Die Eröffnung fand am 3. Juni 2011 statt. Mit einer Traufhöhe von 15 Metern gilt die VINETA seither als höchstes schwimmendes Bauwerk auf einem deutschen See.
Der Name VINETA bezieht sich auf die Stadt Vineta. Der Sage nach soll sie einst bei einer Sturmflut in der Ostsee versunken sei, weil ihre Bewohner zu hochmütig mit ihrem Reichtum wurden. Der Name holt diese Sage zurück in die Gegenwart.
Um die Verbindung zwischen der neuen Seenlandschaft und der schmerzhaften Tagebaugeschichte sichtbar zu machen, gründete sich Ende der 1990er Jahre die Künstlergruppe „Kunst statt Kohle". Die Vineta ist eines ihrer Ergebnisse. Heute kann das Kunstwerk nicht nur besichtigen, sondern an ausgewählten Terminen dort auch Konzerte oder Lesungen besuchen.
Die VINETA zeigt, was das Neuseenland im Kern ausmacht: die Kraft der Verwandlung. Wo einst Kohle gefördert und Dörfer ausgelöscht wurden, erholen sich heute die Menschen am Strand und mit Aktivurlaub.
Der Störmthaler und Hainer See erzählen dabei die gleiche Geschichte: Vom Braunkohletagebau zum Naherholungsgebiet. Der Hainer See ist dabei noch weniger erschlossen – und ein Geheimtipp für Menschen, die Ruhe und Entspannung suchen. Von den Ferienwohnungen im HAUS IM SCHILF aus ist der Dispatcherturm und die Basis für VINETA-Bootstouren in rund 15 Minuten erreicht. Ein Tagesausflug lässt sich damit auch spontan planen – und am Abend kann man wie jeden Tag den Blick auf den Hainer See genießen.
Wer zur VINETA möchte, startet am historischen Dispatcherturm auf der Magdeborner Halbinsel. Von hier aus wurden einst die Baufelder Ost und West des Tagebaus Espenhain überwacht. Die sogenannten Dispatcher hatten von diesem Aussichtsturm aus einen guten Blick auf das Abbaufeld und koordinierten den gesamten Betriebsablauf.
Heute ist in dem Turm das VINETA-Bistro eingezogen. Besucher bekommen hier regionales Essen auf den Teller und freuen sich im Sommer über die Freisitze mit Blick über den Störmthaler See. Im Sommer laufen hier auch Konzertreihen von Blues bis Rock, Country bis Folk, Boogie-Woogie bis Musicals.
Direkt am Anleger unterhalb des Bistros starten von April bis Oktober die Ausflüge zur VINETA. Außerdem warten Bootsverleih, Jetski, Stand-Up-Paddling, Flyboard und ein Beachvolleyball-Feld auf all diejenigen, die ihre Freizeit gern aktiv verbringen.
Ein Tagesausflug zum Störmthaler See lohnt sich. Neben der VINETA, Wassersport und beliebten Bade- und Liegestränden gibt es hier auch Input zur Tagebaugeschichte. Der Bergbau-Technik-Park liegt zwischen dem Markkleeberger und Störmthaler See und vermittelt auf eindrückliche Weise, wie ein Braunkohletagebau funktionierte. Schaufelradbagger und Absetzer, die zu den größten Fahrzeugen der Welt gehören, stehen hier als Original-Exponate in der Landschaft.
Der Störmthaler See und die VINETA erzählen gemeinsam die Geschichte des Tagebaus im Leipziger Neuseenland. Daneben bietet die Region viele Ausflugsmöglichkeiten für Wassersportler, Naturfreunde und Kulturinteressierte. Wer die Region rund um Leipzig erkunden möchte, sollte sich dieses Ausflugsziel nicht entgehen lassen.
Den idealen Ausgangspunkt dafür bietet das HAUS IM SCHILF am Hainer See. Von hier sind Ruhe, Aktivurlaub und kulturelle Highlights wie die VINETA alle in bester Reichweite – ein Tag am Störmthaler See, ein Abend auf der eigenen Terrasse mit Blick auf den Hainer See.
Die schwimmende Kirche Vineta liegt nur eine kurze Fahrt vom HAUS IM SCHILF entfernt – ideal für einen Tagesausflug, der abends auf der eigenen Terrasse am Hainer See ausklingt: jetzt Auszeit im Neuseenland sichern.
Boris entdeckte die Seen rund um Leipzig schon in den 1990er Jahren – damals war der Störmthaler See noch ein Tagebau. Die Verwandlung dieser Landschaft hat ihn tief beeindruckt. Als Gesellschafter von pier1 am Cospudener See möchte er das Neuseenland mitgestalten – und den Gästen vom HAUS IM SCHILF die Schönheit dieser Region nahebringen.