Wenn es morgens frisch wird und die Sonne am Nachmittag tiefer steht, zeigt die Region rund um Leipzig eine neue Seite. Abseits von Wassersport und Badestränden gibt es für Outdoor-Urlauber viel zu entdecken. Fünf Wandertouren, die auch im Herbst dazu einladen, die Schuhe zu schnüren – von der Seenplatte bis ins Muldental.
Die Natur wird ruhiger, der Sommertrubel ist vorbei und die Uferwege gehören jetzt fast den Wanderern allein. Die Leipziger Region ist im Herbst eine wunderschöne Zeit, um zu entschleunigen. Zwischen spätsommerlichen Abenden und dem ersten Morgentau im Gras ist Platz für herbstliche Ausflüge, Outdoor-Aktivitäten und Erholung.
Rund um den Hainer See sind die Seen geflutete Braunkohletagebaue – junge Landschaft mit weiten Wasserflächen und vielfältigen Aktivitäten. Fährt man wenige Kilometer nach Osten ins Muldental, öffnet sich einem eine völlig andere Landschaft: Flussschleifen, Porphyr-Felsen, tausendjährige Burgen und dichter Laubwald. Die Mischung ist sowohl für Naturliebhaber als auch Mikro-Abenteurer genau das Richtige.
Südlich von Leipzig liegt der Cospudener See, ein ehemaliger Braunkohletagebau ca. 25 min vom Hainer See entfernt. Der Cossi ist heute unter anderem für den längsten Sandstrand im Neuseenland bekannt. Will man den See einmal komplett umrunden, muss man etwa elf Kilometer zurücklegen – vorbei an Wiesen, Feldern, bewaldeten Ufersäumen und einem Hafen.
Wer die Runde um den See wagt, darf den Aussichtsturm auf der Bistumshöhe nicht verpassen. Der 35 Meter hohe Turm steht auf einer Anhöhe am Südwestufer und erinnert in seiner Form an die Industrieschlote der Tagebauzeit. Nach ca. 180 Stufen hat man einen phänomenalen Blick über gleich mehrere Seen und an manchen Tagen sogar bis nach Leipzig. Am Fuß der Bistumshöhe grasen zudem Bison und Sikawild in einem Gehege – wer ein Päuschen machen will, findet hier mit dem Imbiss in der Nähe die richtige Umgebung.
Rund 25 Autominuten vom Hainer See liegt der Zwenkauer See – ebenfalls ein ehemaliges Tagebauloch. Mit seinen 10 km2 ist er der größte See im Südraum Leipzig. Wer ihn komplett umrundet, kommt auf 26 Kilometer – das ist was für sportliche Aktivurlauber im Herbst, wenn der Wind am See eine kühle Erfrischung bringt.
Der Weg ist sehr naturnah mit Feldern, Wiesen und Böschungen. Nur am Kap Zwenkau führt er an einem Stadtquartier mitsamt Hafen vorbei. Am Nordufer grenzen weitere Pfade durch die Waldstücke Harth und Neue Harth an – ruhigere Wege abseits des Wassers.
Ein Höhepunkt ist Tempelruine Trianon im Waldgebiet Eichholz, ein anerkanntes Garten- und Kulturdenkmal. Das Areal besteht aus einer Nachbildung der Tempelruine Trianon und einer historischen Lindenallee. Sie entstand 1790 mit der Neugestaltung der Parkanlage des ehemaligen Schlosses der Grafen von Werthern. Teile der Bäume stammen noch von der Anpflanzung im Jahr 1735.
Wem 26 Kilometer zu viel sind, der läuft ein Stück am Nordufer entlang und wechselt dann zum benachbarten Cospudener See und dem Elsterstausee Bösdorf. Auf der ca. 10 km langen Runde kommt man auch am Aussichtsturm Bistumshöhe und dem Bison- und Sikawildgehege vorbei.
Für uns ist der Herbst die entspannteste Jahreszeit am See. Wenn die Strände leer sind, spürt man, wie ruhig es hier wirklich werden kann. Der schönste Teil eines Wandertages ist deshalb manchmal auch die Rückkehr: heißer Tee, der See vor dem Fenster, die Füße hochgelegt. Wer das erleben möchte, findet die passende Bleibe in den ruhigen Adults-only-Ferienwohnungen am Hainer See.
Mitten im Muldental beginnt die 17 km lange Colditzer Rundwanderung. Sie verbindet Fluss, Wald und Schlossgeschichte zu einer Tagestour. Gestartet wird am Wasserschloss Podelwitz an der Freiberger Mulde. Von dort geht es über das Dorf Collmen zur Muldevereinigung, wo Zwickauer und Freiberger Mulde zusammenfließen. Der Weg führt weiter in den Colditzer Forst, einen dichten Mischwald, in dem im Herbst reichlich Pilze wachsen.
Im Wald durchquert man das idyllische Kohlbachtal und erreicht schließlich die Stadt Colditz mit ihrem Renaissanceschloss. Das Schloss ist insbesondere in Großbritannien bekannt, da es u. a. als Kriegsgefangenenlager im Zweiten Weltkrieg diente. Das Fluchtmuseum zeigt noch heute die waghalsigen Versuche der Menschen, das Lager zu verlassen. Über den naturnahen Tiergarten geht es dann zurück nach Podelwitz.
Wer im Herbst echtes buntes Laub sucht, fährt ca. 45 min nach Wermsdorf. Von hier führt eine rund 15 Kilometer lange Rundtour durch den Wermsdorfer Wald hinauf auf den Collmberg. Mit 312 Metern ist er in der sonst flachen Landschaft Nordsachsens ein echter Hingucker.
Start ist am Alten Jagdschloss in Wermsdorf, wo sich auch die Touristeninformation befindet. Das Gebäude wurde 1626 im Renaissancestil umgebaut. Später wurde auch der Wermsdorfer Wald für die höfische Parforcejagd mit Hunden umgebaut und mit den heutigen schnurgeraden Alleen versehen. Die Jagdtradition wird heute noch gepflegt: Jedes Jahr am 1. Samstag im September können Zuschauer verfolgen, wie eine berittene Jagdgesellschaft mit Beagle-Meute einer künstlichen Anisfährte folgt. Start und Ziel ist jedoch nicht das Alte Jagdschloss, sondern Schloss Hubertusburg in Wermsdorf, eines der größten Jagdschlösser Europas.
Durch den Wermsdorfer Forst schlängelt sich der Weg vorbei am sogenannten Silbersee oder Carlsteich. Der Name geht nicht auf Karl May zurück, sondern auf Förster Carl Redlich, der das Naturflächendenkmal angelegt hat. Von da aus ist es nicht mehr weit bis zur Spitze des Bergs Collm. Hier steht neben einem Sendeturm auch der 18 Meter hohe Albertturm, der Besuchern einen Blick weit über die Baumwipfel schenkt. Ein weiterer Wanderstopp liegt im nahegelegenen Wermsdorfer Ortsteil Collm: Hier wächst die älteste Linde Sachsens mit weit über tausend Jahren. Von hier aus geht es durch den Wald zurück nach Wermsdorf mit seinen drei Seen.
Tipp: Wer die Tour aufs zweite Oktoberwochenende legt, erlebt in Wermsdorf das traditionelle Horstseeabfischen – das größte Binnenfischerfest in ganz Deutschland.
Mitten im Herzen Deutschlands liegt eine (Wander-)Region, die gänzlich ohne Gipfel auskommt und dennoch unvergleichliche Naturschönheiten bietet: Die Rede ist von Leipzig und seinem Umland.
Rund 50 Autominuten vom Hainer See entfernt in der Nähe von Wermsdorf liegt Leisnig mit Burg Mildenstein. Der Mühlenwanderweg (Rundweg Nr. 7) ist eine schöne Halbtagestour für einen goldenen Herbstnachmittag.
Los geht es am Wanderparkplatz Richtung Meinitz und hinein ins Schanzenbachtal. Der Pfad führt am Bach entlang, an dem früher acht Wassermühlen klapperten. Zwei davon stehen noch: die Schanzenmühle und die Leithenmühle. Letztere ist nach 6 km am Wochenende ein guter Ort für eine warme Zwischenmahlzeit. Vom Mühlteich (Giskteich) mit seinen Wasservögeln geht es Richtung Muldenufer, bevor man über Röda und zurück nach Leisnig läuft.
In Leisnig sollte man unbedingt die Burg Mildenstein besuchen. Die Burg ist fast tausend Jahre alt und gut erhalten. In Führungen und Dauerausstellungen erfährt man alles zur Burggeschichte. Auch in einem Escape Game namens „Der Schatz des Einäugigen“ lässt sich die Burg in einer 90-minütigen Schnitzeljagd erkunden.
Der Herbst verwandelt die Leipziger Region in ein farbenfrohes Wanderland. Ruhige Uferwege an Seen und Flüssen, goldener Laubwald am Collm, alte Mühlen bei Leisnig. Alle fünf Touren liegen höchstens 50 min mit dem Auto von den Ferienwohnungen im HAUS IM SCHILF am Hainer See entfernt. Der perfekte Ort für eine große Auswahl an Wanderrouten in der Nähe – und mit dem Seeblick und den ruhigen Wohnungen genau das Richtige, wenn man nach einem langen Wandertag entspannt die Füße hochlegen will.
Rund um den Hainer See lohnen sich viele schöne Herbstwanderungen. Die Ferienwohnungen mit Seeblick im HAUS IM SCHILF sind nur ein paar Schritte vom Wasser entfernt – eine erholsame Urlaubszeit am Hainer See!
Boris Janda kennt den Hainer See seit den 1990er Jahren, lange bevor an seinen Ufern Wanderwege entstanden. Als Gesellschafter des Pier1 am Cospudener See und Marketingstratege für das Leipziger Neuseenland hat er die Verwandlung der Seenplatte aus nächster Nähe verfolgt – und freut sich über das wachsende Rad- und Wanderwegenetz rund um die Leipziger Seen.