Wer kennt Großgörschen? Auf jeden Fall die tausenden Besucher, die jedes Jahr sogar aus dem Ausland kommen. Jedes Jahr am ersten Maiwochenende lockt das Scharnhorstfest lockt in die Region südlich von Leipzig – mit Pulverdampf, Uniformen und einem gewaltigen Freilufttheater.
Kaum eine Region in Mitteldeutschland ist so stark von europäischer Militärgeschichte verwoben wie die Gegend bei Lützen. 1632 fand hier die berühmte „Schlacht bei Lützen" statt – eine der Hauptgefechte im Dreißigjährigen Krieg. Nur mit hohen Verlusten gewann das schwedische Heer gegen die Truppen der Habsburger und Albrecht von Wallenstein. Der Feldherr ist bekannt durch ein Drama von Friedrich Schiller. In der schlacht starb auch der schwedische König Gustav II. Adolf.
Rund 180 Jahre später wurde die Gegend erneut zum Schauplatz einer blutigen Schlacht. Am 2. Mai 1813 traf Napoleon Bonaparte bei Großgörschen auf eine preußisch-russische Allianz. Mit dabei: der Heerreformer Gerhard von Scharnhorst, nach dem das Scharnhorstfest benannt ist. Etwa 145.000 napoleonische Soldaten standen 88.000 Preußen und Russen gegenüber.
Die Auseinandersetzung endete mit einem knappen Sieg der Franzosen. Heute steht die Schlacht jedoch für den Beginn der Befreiungskriege und Napoleons Untergang. Gerhard von Scharnhorst selbst wurde in der Schlacht verwundet und starb wenig später an seinen Verletzungen. Sein Schicksal teilte er mit ca. 33.000 andere Soldaten, die verwundet oder getötet wurden.
Der historische Schauplatz der Schlacht ist bis heute nicht bebaut und damit fast original erhalten. Mit der Schlacht bei Großgörschen wurde europäische Geschichte geschrieben – und das Scharnhorstfest erinnert daran, wie wichtig ein friedliches Miteinander in Europa ist.
Heute kommen geschichtsbegeisterte Menschen aus ganz Europa zusammen, um die Schlacht nachzuspielen und Geschichte zugänglich zu machen. Eine organisatorische Meisterleistung, die nicht ohne internationale Zusammenarbeit und gemeinschaftlichen Willen möglich wäre.
Das Rahmenprogramm ist vielfältig - auch weil sich ein ganzes Dorf dort einbringt.
Das Scharnhorstfest wird seit mehr als 40 Jahren vom Großgörschener Scharnhorstkomitee ausgerichtet. Traditionsvereine aus dem In- und Ausland reisen an, um in originalgetreuen Uniformen den überlieferten Schlachtverlauf nachzustellen – von der preußischen Armee über russische Jäger bis hin zur französischen Linieninfanterie und Artillerie. Choreografiert wird das Freilufttheater durch einen Regisseur, der die Schlacht in ca. 90 Minuten nachstellt.
Im Biwak der Darsteller bekommt man zudem einen authentischen Einblick in das Lagerleben zur napoleonischen Zeit. Daneben gibt es auf der Festwiese ein großes Zelt, Konzerte und Marktstände mit kulinarischen Köstlichkeiten. Besonders beliebt ist der Scharnhorstlauf, an dem jedes Jahr Menschen aus verschiedenen Ländern teilnehmen – ein Zeichen für das friedliche Miteinander der Nationen.
Wer einen tieferen Blick in die Geschichte wagen möchte, findet abseits des Scharnhorstfests außergewöhnlich viele Erinnerungsorte. Das Museum im Schloss beeindruckt mit zwei großen Dioramen, die beide Schlachten – 1632 und 1813 – auf fesselnde Weise inszenieren. Einen kleinen Einblick in die napoleonische Schlacht gibt es zudem im Marschall-Ney-Haus, in dem sich im Mai 1813 das französische Hauptquartier befand.
Wer sich eher für den Dreißigjährigen Krieg interessiert, ist im Museum Lützen 1632 gut aufgehoben. Im Jahr 2011 wurden 47 von geschätzt 9.000 Gefallenen in einem Massengrab entdeckt – das bislang einzige aus diesem Krieg. Das 1,6 Tonnen schwere Grab ist heute das Herzstück des Museums. Damit bietet ein Aufenthalt in Lützen nicht nur zur Zeit des Scharnhorstfests einen interessanten Aufenthalt.
Lützen ist damit nicht nur während des Scharnhorstfests einen Besuch wert. Die Museen und Gedenkstätten in Lützen machen die Stadt das ganze Jahr über zu einem lohnenden Ausflugsziel für Geschichtsinteressierte.
Das Scharnhorstfest ist für uns ein Beispiel dafür, wie lebendig Geschichte in der Region rund um das HAUS IM SCHILF ist. Nur 40 min mit dem Auto entfernt findet man sich plötzlich mitten in der napoleonischen Ära wieder. Ob in Lützen, in Leipzig oder im Neuseenland selbst, wo die Industriekultur eine ebenso faszinierende Historie erzählt: Wir freuen uns, dass unsere Gäste zwischen Seen und Natur eine spannende und vielseitige Geschichte entdecken können.
Wer zum Scharnhorstfest nach Großgörschen fährt, muss sich ums Parken keine Gedanken machen. Parkplätze sind ausreichend vorhanden und komplett kostenlos – einfach der Ausschilderung bzw. den Einweisern folgen. Beim Eintritt gibt es je nach Tag Unterschiede: Freitag und Samstag kostet der Eintritt jeweils 8 Euro, der Sonntag ist komplett frei. Besonders interessant ist hier der Samstag mit Biwak und Gefechtsdarstellung. Wer einen ganzen Tag auf dem Scharnhorstfest verbringt, kann sich im Zelt oder bei den historischen Marktständen mit Essen versorgen. Die Eintrittspreise und das vollständige Programm findet man aktuell auf der Seite des Scharnhorstkomitees. Vor der Anreise empfiehlt sich ein kurzer Check.
Wer nach dem Fest den Abend ausklingen lassen möchte und zurück zum HAUS IM SCHILF fährt, findet in der Nähe am Hainer See weitere gastronomische Angebote.
Das Scharnhorstfest in Großgörschen ist ein faszinierendes Erlebnis. Das Freilufttheater steht anderen regionalen Reenactments wie der Leipziger Völkerschlacht in keiner Weise nach. Wer eine Auszeit mit geschichtlichem Input verbinden möchte, hat im HAUS IM SCHILF den perfekten Ausgangsort gefunden.
Boris lernt das Neuseenland schon in den 90ern kennen. Bis heute findet er die Geschichte des Tagebaus in der Region packend – und mittlerweile nicht nur die.