Industriekultur erleben

Auf den Spuren des technischen Wandels

Industriekultur ist die Summe der baulichen Relikte, technischen Artefakte und immateriellen Traditionen des Industriezeitalters, also sozusagen das Erbe der Industrialisierung.

In kaum einer anderen Region Deutschlands ist sie in so vielen beeindruckenden Beispielen und Variationen erhalten, wie in Sachsen und – ganz besonders – im Leipziger Neuseenland. Nirgendwo gibt es mehr Technikmuseen und -sammlungen an Originalschauplätzen zu sehen, wie hier.

Funktionsfähige Mega-Maschinen und Anlagen machen Technik nicht nur verstehbar, sondern auch spürbar – vom Zittern in der Magengrube bis zur Gänsehaut. Dauer- und Sonderausstellungen sowie Veranstaltungen zu spannenden Spezialthemen bieten eine hohe Informationsdichte – kombiniert mit viel Unterhaltung. So wird Industriekultur zum Erlebnis für die ganze Familie – auch für die Kleinen.

 

Region Leipzig

Impressionen der Leipziger Industriekultur

Panometer Leipzig

Im riesigen ehemaligen historischen Gasspeicher in Leipzig werden seit  2003 die größten 360°-Panoramen der Welt präsentiert. Die gigantischen Rundbilder des deutschen Künstlers und Architekten Yadegar Asisi haben eine Dimension von 32 m Höhe und über 100 m Umfang.

Sie entführen schon mehrere Millionen Besucher in die Welt des Mount Everest, ins Antike Rom, in den tropischen Regenwald und in die Unterwasserwelt des Great Barrier Reefs. Und sie ließen sie die Wirren der Leipziger Völkerschlacht im Jahre 1813 gänsehautnah miterleben. Weitere Panoramen sind in Planung und werden auch in Zukunft als Weltpremieren in Leipzig gezeigt.

Panomter Leipzig

Museum für Druckkunst Leipzig

„Kulturerbe Drucktechniken erleben“ kann man im Museum für Druckkunst in Leipzig. Rund 90 funktionierende Maschinen und Pressen für historische Guss-, Satz- und Drucktechniken sind hier noch im Einsatz und machen 550 Jahre Druckgeschichte „eindrucksvoll“ nachvollziehbar. 

Täglich sind sachkundige Mitarbeiter vor Ort und führen die Maschinen vor. Zur Sammlung gehören auch eine Handbuchbinderei, eine komplett funktionsfähige Werkstatt für Holzstiche aus der Zeit um 1900, ein Arbeitsraum zu den Techniken des Musiknotensatzes sowie die Leipziger Lichtdruckwerkstatt, eine der letzten Druckereien dieser Art in Europa.

Museum für Druckkunst

Kunstkraftwerk Leipzig

Um 1900 von der Großen Leipziger Straßenbahngesellschaft in Betrieb genommen, lieferte das „Kraftwerk II.“ lange Zeit Bahnstrom für die Straßenbahnstrecken im Leipziger Westen.

Von 1964 bis 1992 diente es als Heizwerk zur Versorgung der Industriebetriebe im Leipziger Westen mit Dampf und Heißwasser.

Seit 2016 profiliert sich das Kunstkraftwerk Leipzig als europäischer Hotspot für digitale Kunst und virtuelle Realität. Die Ausstellungen und Events ziehen seither hunderttausende Besucher aus dem In- und Ausland an.

Die Kunstprojekte korrespondieren auf beeindruckende Weise mit dem industriellen Umfeld. Verschiedene Kunstformen und Technologien werden dabei verknüpft. Kunstwerk und Künstler beziehen die Betrachter in die Interaktion mit ein.

Für raumgreifende Erlebnisse mit Gänsehaut-Effekt sorgt das größte Videoprojektionssystem Deutschlands.

Kunstkraftwerk Leipzig >

Leipziger Neuseenland

Dampfsägewerk Großbothen

Im alten Dampfsägewerk in Großbothen können Freunde alter Maschinen eine technische Besonderheit besichtigen. „Penelope“ ist das Highlight jeder Führung.

Die historische Holz-Gattersäge ist zwar schon über einhundert Jahre alt und etwas langsamer als ihre modernen Nachkommen. Nach ihrer liebevollen und aufwändigen Restaurierung „vergattert“ Penelope aber wieder wie am ersten Tag mächtige Baumstämme zu massiven Brettern, aus denen dann hochwertige Möbel gefertigt werden.

Dampfsägewerk Großbothen >

Bockwindmühle Kühnnizsch

Die Bockwindmühle ist der älteste Windmühlentyp überhaupt. Das gesamte Mühlenhaus sitzt auf dem „Bock“, der auf einem dicken Pfahl, dem „Hausbaum“, gelagert ist. So lässt sich die komplette Mühle und Maschinerie in den Wind drehen. 

Im sächsischen Kühnitzsch steht ein besonders schönes Exemplar. Es wurde 1812 erbaut  und ist noch voll funktionsfähig.

Die Bockwindmühle in Kühnitzsch kann jeden Tag besichtigt werden.

Bockwindmühle Kühnnizsch

 

Freiherrlich Lorenz'sche Zuckerfabrik

Anfang des 19. Jahrhunderts errichtete Friedrich von Lorenz auf seinem Rittergut die Lorenz`sche Zuckerfabrik.

Sie war damals eine technische Pionierleistung. Als Versuchsfabrik sollte sie interessierten Unternehmen offenstehen und sie zu weiteren Gründungen anregen. Dafür gab es vom sächsischen Staat finanzielle Privilegien.

Tatsächlich wurde die Anlage zum Vorbild und Ausgangstyp aller späteren Rübenzuckerfabriken.

Heute ist die Lorenz’sche Zuckerfabrik die älteste erhaltene dieser Art und für Freunde historischer Architektur und Industrietechnik gleichermaßen interessant.

Freiherrlich Lorenz'sche Zuckerfabrik

Museum Steinarbeiterhaus Hohburg

Im „Porphyrhügelland an der Mulde“ wird seit dem 19. Jahrhundert der harte Quarzporphyr abgebaut und zu Pflastersteinen und Schotter verarbeitet. Um die Relikte des traditionellen Steinbruchbetriebes zu erhalten, wurde 1980 mit dem Aufbau dieses Spezialmuseums begonnen.

Das Häusleranwesen stammt aus dem Jahr 1802 und ist fast unverändert geblieben. Hier bekommt man einen authentischen Eindruck von den Wohn- und Arbeitsverhältnissen der Steinarbeiterfamilien. Auch die Entwicklung der Steinindustrie von der schweren Handarbeit bis zum Bau der Schotterwerke wird hier anschaulich präsentiert.

Eine fahrbare und voll funktionsfähige Steinbrecheranlage ist hier ebenso zu bewundern wie weitere „High-Tech“ aus der damaligen Zeit; darunter eine Lokomobile von 1907, eine Feldbahn mit Kipploren, diverse Zugmaschinen sowie Straßenwalzen und Bohrraupen.

Steinarbeiterhaus Hohburg

Industriekultur in Sachsen

Brecherwerk Baruth

Das Brecherwerk in Baruth ist ein einzigartiges technisches Denkmal der Baustoffherstellung und Basaltverarbeitung im letzten Jahrhundert. Die Gebäude und funktionsfähigen Maschinen stammen noch aus der Ursprungszeit nach 1930. Auch die 300 m lange Feldbahn bis zur Beladerampe am ehemaligen Reichbahngleis ist bis heute erhalten geblieben.

Ein Verein hat es sich zur Aufgabe gemacht, die gesamte Anlage zu erhalten und erlebbar zu machen. Förderer und Helfer sind sehr willkommen. Eine Besichtigung ist nach telefonischer Anmeldung möglich.

Brecherwerk Baruth

Energiefabrik Knappenrode

Der Wandel der Industrielandschaft ist auch in der Energiefabrik Knappenrode spannend zu erleben. Hier, inmitten der heutigen Seenlandschaft, wurde jahrzehntelang Energie aus der Lausitzer Braunkohle gewonnen. Einige der mächtigen alten Maschinen sind noch vorhanden und betriebsbereit. Dreimal am Tag setzen sie sich wieder in Bewegung und lassen eine hundertjährige Industriegeschichte aufleben.

Vom 22 Meter hohen Treppenturm hat man einen wunderbaren Ausblick auf die sich wandelnde Bergbaufolgelandschaft. Spannende Erlebnisangebote verbinden Industriegeschichte und Freizeitspaß.

Energiefabrik Knappenrode

  • Konsumzentrale Leipzig
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1929 – 1932
      • Funktion: Verwaltungsgebäude im Stil der neuen Sachlichkeit
    • Heutige Nutzungen
      • Büros und Lager
      • Eines der führenden Baudenkmale Leipzigs
      • Industriestr. 85-95, 04229 Leipzig
      • Führungen möglich, Anfrage an Heinrich Moritz
  • Messehaus Specks Hof
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1908, Specks Hof 
      • Funktion: Mustermessehaus
    • Heutige Nutzungen
      • Geschäftshaus mit Büros und Einzelhandel, Dienstleistungen, Gastronomie
      • Prachtvolle Fassade mit Pilastern, Erkern, Balustraden und zahlreichen Kunstwerken
      • Reichsstraße 4, 04109 Leipzig
  • Polyphon Musik Werke AG
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1887, Brachhausen & Rießner
      • Funktion: Fabrikation von mechanischen Musikapparaten
      • DDR: Werk Roter Stern
    • Heutige Nutzungen
      • Größtenteils abgerissen, Industriebrache
      • An der Linkelstraße ist das Hauptgebäude zu sehen
      • Linkelstraße 61, 04159 Leipzig
  • Schaubühne Lindenfels
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1874
      • Funktion: Gaststätte, Gesellschaftshaus, Ballsaal
      • DDR: Lichtspieltheater Lindenfels
    • Heutige Nutzungen
      • Schaubühne Lindenfels
      • Weitgehend sanierter Ziegelbau mit einer vielseitigen Innenarchitektur
      • Karl-Heine-Str. 50, 04229 Leipzig
  • HASAG – Hugo Schneider AG
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1897 bis 1945
      • Funktion: Lampen- und Metallwarenfabrik
      • 1939: Munitionsproduktion für die Wehrmacht
    • Heutige Nutzungen
      • Größtenteils gesprengt, nur die Hauptverwaltung und die Lehrwerkstatt sind erhalten
      • Gedenkstätte für Zwangsarbeit Leipzig
      • Standort des Umweltforschungszentrums und anderer Firmen
      • 04318 Leipzig, Permoserstraße 15
  • Alte Messe Leipzig / Technische Messe Leipzig       
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1913 / 1920
      • Funktion: Fachmesse für technische Güter
      • Messe, Technik, Wirtschaft, Verbraucher
    • Heutige Nutzungen
      • Nutzung in den Bereichen Wissenschaft / Biotechnologie / Gesundheit, Entertainment / Sport / Kultur / Gastronomie sowie Handel und Automeile
      • Von den Messehallen bzw. Ausstellungsgebäuden sind nur noch zehn Objekte vorhanden, die sich architektonisch unterscheiden. Das markante Doppel-M befindet sich am Nordtor (Prager Straße) 
      • Deutscher Platz 4, 04103 Leipzig
  • VEB Drehmaschinenwerk Leipzig / Pittler AG
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1889
      • Funktion: Metallindustrie / Maschinenbau
      • Unternehmen zur Herstellung von Werkzeugmaschinen, insbesondere Pittler-Revolverdrehbänke und Ein- und Mehrspindel-Automaten
    • Heutige Nutzungen
      • Nach Leerstand und Verfall seit 1996 wird das Gebäude seit 2018 wieder genutzt und die Entwicklung zu einem nachhaltigen kulturellen Treffpunkt angestrebt
      • Pittlerstr. 26, 04159 Leipzig
  • Alte Messe Halle 16 „PANTHEON“
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1913
      • Funktion: Ausstellungshalle für die „Internationale Baufach-Ausstellung“ (IBA)
      • Messe, Technik, Wirtschaft, Verbraucher
    • Heutige Nutzungen
      • Eventlocation „Volkspalast/Eventpalast“
      • ehrwürdige Bau, dessen Kuppel einen größeren Durchmesser als der Petersdom hat.
      • Puschstraße 10, 04103 Leipzig
  • Wendische Höfe
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1898, Theodor Kniesche Rauchwarenfabrik (KG)
      • Funktion: Konsumgüter, Pelzverarbeitung
    • Heutige Nutzungen
      • Gaststätte Fachwerk 
      • Wendische Höfe (Wohnanlage)
      • Rittergutstraße 11, 04159 Leipzig
  • Bahnhof Leipzig Schönefeld
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1888 – 1907
      • Funktion: Verkehrswesen / Eisenbahn
    • Heutige Nutzungen
      • Durchgangsbahnhof, halb verlassen, halb Wohngebäude
      • nördliches Ende der Elisabeth-Schumacher-Str Nr.35, 04328 Leipzig 
  • Trafostation
    • Ehemalige Nutzungen
      • Erbaut: 1910
      • Funktion: Energieversorgung
    • Heutige Nutzungen
      • Kleinstes Museum der Stadt / Denkmal
      • Baukörper einer ehemaligen Transformatorenstation im Zeitgeschmack der Belle Époque
      • 04179 Leipzig, Blüthnerstr., Ecke Laurentiusstr./ Rathenaustr.
  • Thonwerk Fischer Calov
      • Ehemalige Nutzungen
        • Erbaut: 1886
        • Funktion: Ziegelei und Tonabbau
      • Heutige Nutzungen
        • Nur noch Tonabbau
        • Zwei Industriehallen in Klinkerbauweise mit Industrieverglasung und zwei Industrieschornsteine, ansonsten Brachland
        • 04288 Leipzig, Naunhofer Landstr. 9
    • Weithas
      • Ehemalige Nutzungen
        • Erbaut: Gründung der Fa. C. F. Weithas 1817; 1852 C. F. Weithas Nachf.; 1885 Lindenauer Standort, 1895 Plagwitzer Standort
        • Funktion: Eisengroßhandel, Eisenbau
      • Heutige Nutzungen
        • Bauliche Schäden an der Montagehalle wurden 1997 behoben, weitere Sanierungsarbeiten erfolgten nach 2008.
        • Nach Sanierung und Umbau seit 2017 als Trampolin-Halle (‚Jump-House‘) 
        • Lager und KfZ-Werkstatt, Mütterzentrum e.V. 
        • kreatives Upcycling-Projekt ‚Restlos‘
        • 04229 Leipzig, OT Plagwitz, Gemarkung Kleinzschocher
        • Gießerstr. 29, Flurstück 302/20
        • Markranstädter Str. 8a, b, Flurstück 302/19, 302/20
        • Markranstädter Str. 8, Flurstück 932
    • Hansahaus (ehemaliges Messehaus)
      • Ehemalige Nutzungen
        • Erbaut: 1904–1906, Messehaus Hansahaus
        • Funktion: Handel/Messewesen, Gastronomie, Dienstleistungen/Handwerk
      • Heutige Nutzungen
        • Bis 1997 umgebaute Fläche ca. 6.000 m²
        • Geschäftshaus mit Büros und Geschäften des Einzelhandels
        • Ein Untergeschoss, sechs Büroetagen und einer Passage im Erdgeschoss. 
        • Mitlleres Portal des Gebäudes mit Stahl-/Glaskonstruktion überdachten 600 m² großen, weiß-grün-gekachelten Lichthof
        • Steinerne Merkurköpfe als Symbole des Handels über den im Jugendstil gestalteten Türen auf die Handelstradition  
        • Klangbrunnen im Zentrum, der einer chinesischen Klangschale aus der Ming-Dynastie 
        • Grimmaische Straße 13–15, 04109 Leipzig
    • Messehaus Messehof
      • Ehemalige Nutzungen
        • Erbaut: 1949, Messehaus
        • Funktion: Handel/Messewesen, 8.000 m² Ausstellungsfläche für die Nahrungs- und Genussmittelbranche.
      • Heutige Nutzungen
        • Shoppingmeile mit kleinen gastronomischen Einrichtungen und Läden des Einzelhandels, Standort eines Fitnesscenters, Büroflächen, Arztpraxen
        • Petersstraße 15 / Neumarkt 16–18, 04109 Leipzig

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